Dr. Ingrid Weng

Aktivitätenorientierte Therapie schwerer Aphasien

– unter Berücksichtigung kognitiver Ressourcen der Betroffenen

29./30. Mai 2026

Seminarplatz verfügbar       

Bei der Behandlung von Menschen mit schwerer Aphasie stehen die Therapierenden vor besonderen Herausforderungen, da mit den  erheblichen sprachlichen Defiziten der Betroffenen gravierende kognitive Einschränkungen und Wahrnehmungsstörungen verbunden sind.  Sie sind in ihrer Handlungsfähigkeit im Alltag und ihrer Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sehr stark einschränkt. Das therapeutische Geschehen darf nicht nur auf die Verbesserung elementarer sprachlicher Fähigkeiten abzielen, sondern muss auch auf die Verbesserung kognitiver Einschränkungen und auf die Durchführung ganz elementarer kommunikativer Aktivitäten im Alltag der Betroffenen ausgerichtet sein. Dabei sind bei schweren Störungen kognitive Ressourcen (z. B. rechtshemisphärische Prozesse) auszuschöpfen.

Methodische Grundlage der Fortbildungsveranstaltung ist der aktivitäten-orientierte Ansatz der Aphasietherapie, dieser setzt die Aktivitäten- und Teilhabeziele der ICF didaktisch um. Eine Übungssequenz besteht aus situationseingebetteten sprachlichen Funktionsübungen und sich anschließenden kommunikativen Aktivitätenübungen; besonderes Augenmerk gilt der Nutzbarmachung von kognitiven Ressourcen.

Im theoretischen Teil der Fortbildung werden die für ein begründetes therapeutisches Handeln notwendigen neurolinguistischen, neurophysiologischen, neuropsychologischen und sprachdidaktisch-methodischen Grundlagen erörtert. Ebenso kommen wissenschaftlich nachgewiesene Wirksamkeitsprinizipien für die Aphasietherapie zur Sprache. Im praktischen Teil lernen die Teilnehmenden ein auf den theoretischen Grundlagen basierendes begründetes Übungsgeschehen kennen und erfahren, welche Übungen für die Therapie schwerer Aphasien mit den jeweiligen sprachlichen und neuropsychologischen Einschränkungen der Betroffenen zur Auswahl stehen und wie das sprachlich Geübte in Aktivitätenübungen überführt werden kann. Im Anschluss daran können die Seminarteilnehmenden in Teamarbeit selbst Didaktisierungen vornehmen. Auch die aktivitätenorientierte Angehörigenarbeit wird thematisiert; es wird erläutert, wie die Angehörigen die Betroffenen in kommunikative Alltagshandlungen einbeziehen können und welche Aktivitäten dazu – auch bei schweren Aphasien – geeignet sind.

Das Seminar bezieht sich inhaltlich auf die Arbeit mit Erwachsenen und setzt theoretisches Grundwissen im Bereich der Aphasietherapie voraus.

Dr. Ingrid Weng: Nach dem Studium der Slawistik und Germanistik mit Abschluss Promotion an der Universität Tübingen war Frau Dr. Weng erst als DAAD-Lektorin im Ausland tätig, dem folgte das Praktische Jahr „Linguistin im Praktikum“ an den Kliniken Schmieder in Allensbach; von 1994 bis 2020 war sie dort als Klinische Linguistin (BKL) angestellt. Seit 2021 ist sie in Unterricht und Forschung freiberuflich tätig. Bereits seit 1995 arbeitet Frau Dr. Weng als Dozentin in der Logopäd:innenaus- und -weiterbildung und seit 1999 als (Co-) Autorin von Therapiematerialien und Fachliteratur zur Aphasietherapie.

Zielgruppe:
Sprachtherapeut:innen; Logopäd:innen; Studierende

Termin & Co.

Veranstaltungstermin:
Freitag, 29.05.2026 von 14:00 bis 19:00 Uhr
Samstag, 30.05.2026 von 09:30 bis 17:00 Uhr

Teilnehmerzahl:
mindestens 7 Personen, maximal 20 Personen

Ort:
Online im zoom-meeting-room

Anmeldungsschluss:
07. Mai 2026

Fortbildungspunkte: 7 bei 14 UE

Teilnahmegebühren incl. Verpflegung

Mitglieder der dgs-LG Westfalen-Lippe e.V.: 237,00 €

Studierende/LAA der dgs-LG Westfalen-Lippe e.V.: 213,00 €

dgs-Mitglieder: 247,00 €

Studierende/LAA dgs-Mitglieder: 222,00 €

Nichtmitglieder: 272,00 €

Studierende/LAA Nichtmitglieder: 244,00 €

© doppelpunkt – Fortbildungsinstitut für Sprachheilpädagogik der dgs-Landesgruppe Westfalen-Lippe e.V. 2024